CSD trifft Polizei: Rückblick auf den Polizeidialog in Zwickau 

Am vorletzten Donnerstag führte unser Weg nach Zwickau. Hier fand die vierte Veranstaltung einer besonderen Dialogreihe statt: Mitarbeitende der Polizei und Mitglieder der CSD-Organisationsteams aus Zwickau und Plauen sowie Engagierte aus dem Verein Different People e. V. trafen sich zu einem Dialog zum Thema „Keine Verschlusssache – Thema CSD´s in Westsachsen“.

Bereits stattgefundene Polizeidialoge widmeten sich den Themen „Migration und Flucht“, „Queeres Leben auf dem Land“ und „Jüdisches Leben“.

Ziel war es, Begegnung mit den jeweiligen Communities zu ermöglichen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Vertrauen zwischen staatlichen Institutionen und Zivilgesellschaft zu stärken.

Es ging auch in der 4. Folge darum, einander zuzuhören, Erfahrungen einzuordnen und Perspektiven nachvollziehbar zu machen. Der Dialog war dabei bewusst als Gesprächsraum gestaltet, nicht als fachliche Debatte oder öffentliche Bühne.

Gemeinsame Erkenntnisse

Austausch lohnt sich! Je mehr Zeit verging, umso mehr Beiträge, Erfahrungen und Fragen wurden geteilt. Fühlt sich die Community genügend geschützt? Was etwa würde mit dem CSD gesellschaftlich bewirkt? Dabei ist hervorzuheben, dass es aufgrund der alltäglichen Präsenz von Bedrohungen aufseiten der Community mit besonderer Vorsicht verbunden ist, Erfahrungswerte zu teilen.

Erkenntnisse der polizei

  • Viele Teilnehmende fühlen sich auf den CSD’s gut von der Polizei geschützt. Risikobehaftet sind allerdings weiterhin die An- und Abreisewege.
  • Neben einer internen Einsatznachbereitung bedarf es einer gemeinsamen Nachbereitung mit der Community.
  • Das Anzeigeverhalten bei erlebten Angriffen hängt vom Vertrauen in die Polizeibeamt:innen ab und von deren Verständnis der Community.
  • Das Ziel des CSD`s ist vor allem die Sichtbarkeit und das Erlebnis „Es gibt mehr als mich“ und „Ich kann mich hier zeigen, wie ich bin“.

Erkenntnisse der Community

• Auftrag der Polizei bei jedem Demogeschehen ist es, die jeweilige Gruppe zu schützen. Dabei kann sie nicht Position beziehen oder Partei ergreifen.
• Fester Teil der Schulungsreihen für die Polizei sind auch Schulungen zu LGBTQIA+
• Strategie und Handeln werden kontinuierlich erweitert und die Lernprozesse unterscheiden sich im Tempo von Stadt zu Stadt.

Ein besonderes Format

Die 3-stündige Dialogreihe soll den gemeinsamen, strukturierten Austausch zwischen Polizei und Zivilgesellschaft fördern und Vertrauen stärken. Regionaler Schwerpunkt ist dabei die Region Chemnitz-Zwickau-Erzgebirge. In dem Erfahrungen, Bedarfe und Sorgen sichtbar gemacht werden,  ermöglichen die Dialoge den Perspektivwechsel. Zudem wird die Handlungssicherheit erhöht, wenn Kommunikationswege und Ansprechsstrukturen verdeutlicht und ausgebaut werden. Die Dialoge stärken somit u.a Maßnahmen der Prävention wie auch Einsätze vor Ort. Die Polizei erhält wichtige Hinweise zur Konflikt- und Lagewahrnehmung und die Zivilgesellschaft kann Sicherheitsbedarfe und Diskriminierungserfahrungen einbringen. Beide Dialogpartner nehmen somit wichtige Einblicke und Anregungen mit.

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