In der vergangenen Woche traten wir den Weg von Dresden und Berlin nach Hannover an. Ziel unserer Reise war der Deutsche Präventionstag 2026, der dieses Jahr unter dem Motto „Künstliche Intelligenz in der Prävention“ stattfand“ und sich somit mit Fragen befasste, die wir uns auch bereits seit geraumer Zeit stellen und auf die wir auch schon versucht haben, Antworten zu finden.

Im Gepäck hatten wir daher einen Beitrag zu einer Paneldiskussion und drei Vorträgen, mit denen wir an den zwei Tagen zu folgenden Themenschwerpunkten ins Gespräch kamen:

  • Künstliche Intelligenz in der kommunalen Konfliktbearbeitung | Speedvortrag I
  • Sektorübergreifende Zusammenarbeit | Speedvortrag II
  • Angebote des Kompetenzzentrums Krisen-Dialog-Zukunft | Messevortrag
  • Wie finden Polizei und Zivilgesellschaft zusammen? | Paneldiskussion

Neben diesen Beiträgen zum Messeprogramm hatten wir an unserem Infostand Nr. 49 viel Informationsmaterial und Raum für Gespräche mit den Besucher*innen. So wurden Fragen an uns gerichtet, die sich auf unsere konkrete Erfahrung mit eskalationsbedrohten Dialogveranstaltungen bezogen. In anderen Gesprächen konnten wir Akteure aus anderen Bundesländern kennenlernen und unsere Angebote in den Handlungsbereichen Beratung, „Entwicklung und Moderation“ sowie „Wissenstransfer“ vorstellen. Neben dem fachlichen Austausch zur Umsetzung von Formaten und der grundsätzlichen Lage der Kommunen haben wir die Gespräche an unserem Messestand als Bestärkung erlebt. Wo Mehrfachkrisen und wachsende Distanzierung den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort herausfordern, bleiben wir als Akteure der Konfliktprävention und Konfliktbearbeitung präsent.

Wir kamen mit weit über 100 Teilnehmenden persönlich in Kontakt – die verglichen mit anderen Tagungen aufwändigere Vorbereitung der Messe hat sich also auch dieses Jahr wieder gelohnt!

Unsere Take-aways aus den einzelnen Beiträgen zum Messeprogramm

Künstliche Intelligenz in der kommunalen Konfliktbearbeitung | Speedvortrag I

Wie lässt sich eine Bürgerversammlung zu einem polarisierenden Thema so gestalten, dass sie nicht eskaliert? Welches Format bietet sich an und welches verschlimmert die Lage? Wie lange darf die Veranstaltung maximal gehen, um möglichst viele Stimmen zum Thema zu hören und eine konstruktive Auseinandersetzung zu ermöglichen? Ist ein Sicherheitskonzept nötig? Diese und weitere Fragen können Sie unserem in den vergangenen Jahren entwickelten KI-Chatbot – dem „KDZ-Bot“ – stellen. Dieser ersetzt natürlich keine persönliche Beratung. Er liefert aber schnell erste Hilfe und Planungsansätze für Ihre Veranstaltung. Ausprobieren!

Sektorübergreifende Zusammenarbeit | Speedvortrag II

Kernstück der gemeinsamen Arbeit zum Schutz Engagierter vor Ort ist eine Koordinierungsgruppe, die regelmäßig tagt und im Falle eines Vorfalles schnell handeln kann. Sie sollte zusammengesetzt sein aus Kommunalverwaltung, lokaler Partnerschaft für Demokratie, Zivilgesellschaft, Beratungsstrukturen und Sicherheitsbehörden. Die gemeinsamen Maßnahmen sollten entlang von vier bis fünf Schutzdimensionen entwickelt werden – so u. a. der sozialen Unterstützung und einem konsequenten Vorgehen bei einschlägigen Vorfällen. Zu empfehlen ist die Arbeit mit Standards und Checklisten sowie Kommunikationsroutinen, bspw. konkreten Absprachen bei Demos.

Angebot des Kompetenzzentrums Krisen-Dialog-Zukunft | Messevortrag

Kommunale Konfliktbearbeitung gelingt häufig nur dann effektiv, wenn Verwaltung, Zivilgesellschaft und Innere Sicherheit gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Auf kommunaler Ebene sollten Bürgermeister:innen in ihrer Kommune bei hochstrittigen Veranstaltungen die Moderation an externe Partner abgeben, damit ein Rollenkonflikt den eigentlichen Konflikt nicht überlagert.

Wie finden Polizei und Zivilgesellschaft zusammen? | Paneldiskussion

Krisen sind Anlass für Gespräche. Sie gehen mit der Möglichkeit einher, aus zunächst separaten Parteien von Zivilgesellschaft und Polizei ein gemeinsames Handeln abzuleiten. Neben dem Bewusstsein für einen sensiblen Umgang mit migrantischen Communities, deren Kontakt mit der Polizei häufig mit negativen Erfahrungen verbunden ist, bestand auf dem Panel Einigkeit darüber, die Zusammenarbeit von Polizei und Zivilgesellschaft präventiv zu stärken und nicht erst, wenn es zu einer Begegnung im Alltag kommt. Diese Räume müssten strategisch gestaltet werden – einfache Treffen allein reichten nicht, um eine Annäherung zu schaffen. Zu diesen Schlüssen und ersten Handlungsansätzen kamen die Panelist:innen aus dem Mobilen Beratungsteam Berlin der Stiftung SPI, der Polizei Rostock, der Migrantischen Zivilgesellschaft, dem Landespräventionsrat Niedersachsen, sowie dem Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.

Fazit

Insgesamt erlebten wir die zwei Tage als gelungene Veranstaltung, wenngleich wir im vergangenen Jahr – Teilnehmende werden sich an eine recht heiße Messehalle in Augsburg erinnern – einen etwas größeren Besucherstrom wahrgenommen haben. Für unsere Arbeit und die Nutzung von KI haben wir einige neue Impulse mitgenommen, bspw. über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI in der Kriminalprävention und nicht zuletzt Anregungen zum weiteren Training unseres KDZ-Bots!

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