woWeiter im Gespräch in Nünchritz: Bürgerdialog zu Windplanung – kontrovers, aber respektvoll.

Am 26. März 2026 haben wir als Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft (KDZ) einen Informations- und Dialogabend der Gemeinde Nünchritz im Schulzentrum moderiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es mit der Teilfortschreibung der Regionalplanung Wind  in der Gemeinde weitergeht und wie sich Bürgerinnen und Bürger während der Auslegung konkret einbringen können.

Statt einer klassischen Fragerunde im Plenum setzte Nünchritz auf ein rotierendes Dialogformat: Die Teilnehmenden durchliefen nacheinander drei thematische Gesprächsrunden in Kleingruppen, sodass jede Person alle Themen kennenlernen und beitragen konnte.

Die drei Dialogrunden waren:

  1. Teilregionalplanung Wind: aktueller Stand, Beteiligungs- und Stellungnahmemöglichkeiten, bis hin zur Frage, ob bzw. wie man gemeinsam an einer Stellungnahme mitwirken möchte.
  2. Beteiligung an Anlagen zur Stromerzeugung: Welche Beteiligungsmodelle gibt es? Wofür könnten Einnahmen verwendet werden? Wie können Bürgerinnen und Bürger profitieren?
  3. Information & Transparenz: Wie soll die Gemeinde künftig informieren und welche Formate sind den Menschen wichtig?

Die Veranstaltung war als Einwohnerversammlung angelegt und zielte u. a. darauf, vor der Auslage der Regionalplanung zu informieren und Beteiligungsmöglichkeiten greifbar zu machen.

Kontrovers, aber sehr gesittet

Wie zu erwarten, prallten unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Ein Teil der Bürgerschaft, der Windenergieanlagen grundsätzlich ablehnt, beschrieb eine Zwangslage „Nicht ob, sondern (nur) wie“,  während andere die Planungen des Regionalen Planungsverbandes als nachvollziehbar und „in Ordnung“ bewerteten. Trotz dieser Gegensätze blieb der Austausch über weite Strecken respektvoll und sachorientiert.

Herauszuheben ist das hohe Engagement von Bürgermeisterin Beger, die die Veranstaltung leitete und erkennbar daran arbeitet, dieses schwierige Thema transparent zu kommunizieren, die Menschen „mitzunehmen“ und gemeinsam an Leitlinien und Stellungnahmen zu arbeiten. Genau dieses Zusammenspiel aus Information, strukturierter Beteiligung und gemeinsamer Ergebnisorientierung steht für ein modernes Beteiligungsverständnis, das Vertrauen stärkt; auch dann, wenn es inhaltlich nicht einfach ist.

Wir nehmen aus Nünchritz viele wichtige Lernerfahrungen mit und hoffen, weitere Dialoge rund um Windenergieanlagen in Sachsen begleiten zu dürfen. Denn gerade in kontroversen Zukunftsfragen zeigt sich, wie viel konstruktives Potenzial in gut gestalteten Beteiligungsformaten steckt. 

Zum Projekt

Im Jahr 2026-27 unterstützen wir die Sächsche Energieagentur (SAENA) über einen Dienstleistervertrag in der Umsetzung von Bürgerdialogen zum Thema Windkraft. Alle von Konflikten betroffenen Kommunen in Sachsen können sich über die SAENA Unterstützung in Form von Moderation, Konfliktmediation oder Planspiele in die Gemeinde holen. Wir unterstützen kontroversitätsoffen, überparteilich und kompetent. Informationen unter: https://www.saena.de/