„Das ist doch alles längst entschieden!“
„Man hört uns ja sowieso nicht zu!“
„Warum dürfen die hier bauen, ohne dass wir gefragt werden?“
Wenn Konflikte und Emotionen den Raum bestimmen
Ob Bürgerversammlungen zu umstrittenen Bauvorhaben, Proteste gegen Infrastrukturprojekte oder Debatten um Unterkünfte für Geflüchtete: Kommunale Konflikte verlaufen häufig emotional und stellen Verwaltungen wie Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen. Genau hier setzt professionelle Moderation an – mit Haltung, Empathie und klarem Handwerkszeug.
Aus diesem Anspruch heraus wurde unsere Moderationsschulung für kommunale Konflikt- und Krisensituationen entwickelt, die wir seit 2019 durchführen – in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und seit dem vergangenen Jahr auch in Thüringen.
Erste Erfurter Moderationsschulung für kommunale Konflikt und Krisensituationen erfolgreich abgeschlossen
Ende November konnten wir unsere 13. Moderationsschulung für kommunale Konflikt- und Krisensituationen in Erfurt erfolgreich abschließen. Die berufsbegleitende Weiterbildung fand von August bis November im Rahmen des Projekts DiAS – Dialog stärken des Kompetenzzentrums Krisen-Dialog-Zukunft der Aktion Zivilcourage e. V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt. Das Projekt DiAS und damit auch die Schulungen werden von der Stiftung Mercator gefördert.
Teilgenommen haben 16 engagierte und mutige Frauen aus kommunalen Verwaltungen und Institutionen sowie aus zivilgesellschaftlichen Organisationen in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin.
Handwerkszeug für hitzige Situationen
In insgesamt acht Modulen erwarben die Teilnehmerinnen fundierte Kompetenzen für die Moderation konfliktreicher und krisenhafter Dialogformate. Neben den Grundlagen der Moderation standen insbesondere folgende Themen im Fokus:
- Konfliktstufen und passgenaue Formatwahl
- die eigene Haltung in konflikthaften Situationen
- Umgang mit Widerständen, Eskalationen und rabulistischen Strategien in Klein- und Großgruppen
- Gewaltfreie Kommunikation sowie verbale und nonverbale Kommunikation und Rhetorik
Lernen mit Praxisbezug und kollegialem Austausch
Die Module verbanden theoretische Impulse mit praktischen Übungen, Rollenspielen und der gemeinsamen Reflexion eigener Erfahrungen aus dem vielfältigen Berufsalltag der Teilnehmerinnen. Ziel war es, Sicherheit im Handeln zu gewinnen, die eigene Haltung zu schärfen und dialogische Kompetenzen nachhaltig in kommunalen Kontexten zu verankern.
Besonders hervorgehoben wurde von vielen Teilnehmerinnen der kollegiale Austausch während der gesamten Schulung. Durch die gezielte Zusammensetzung der Gruppe kam eine große Bandbreite an Expertise – unter anderem aus Verwaltungsrecht, Nachhaltigkeitsentwicklung, Energieversorgung und Demokratieförderung – sowie vielfältige Vorfahrungen in Kommunikation und Moderation zusammen.
Konflikte als Teil demokratischer Aushandlung
Die Schulung vermittelte nicht nur Methoden, sondern machte deutlich: Wer demokratische Beteiligungsprozesse moderiert, kommt an der Auseinandersetzung mit Konflikten nicht vorbei. Konflikte sind ein notwendiger Bestandteil gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse – und es braucht Mut, sich ihnen professionell zu stellen.
Dass unsere Moderationsschulung überzeugt, zeigt auch ihre Auszeichnung mit dem 2. Preis des Innovationspreises Weiterbildung des Freistaats Sachsen (2023).
Nach Abschluss der Schulung können die Absolvent:innen Teil unseres ostdeutschlandweiten Moderationspools werden. Moderationsanfragen aus Kommunen, die das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft erreichen, werden an diesen Kreis ausgebildeter Konfliktmoderator:innen weitergeleitet. Der Pool ist dabei weit mehr als eine Vermittlungsstruktur: Er bietet regelmäßige Weiterbildungen, Praxisübungen und kollegialen Austausch. Wir sind stolz darauf, dass er auch in diesem Jahr weiter gewachsen ist.
Ausblick: Nächste Schulung 2026 in Erfurt
Die nächste Moderationsschulung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant und wird erneut in Erfurt stattfinden.
Sie leben in Ostdeutschland und haben Interesse an einer Teilnahme? Dann melden Sie sich gerne schon jetzt bei uns – Sie erhalten die Ausschreibung, sobald die Termine feststehen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Kontakt
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Petra Schweizer-Strobel
Tel. 0176 13 71 39 68
moderation@aktion-zivilcourage.de
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