Konflikte anpacken – Zusammenleben gestalten

Unter diesem Motto stellte sich der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung (KV) im Rahmen des 30. Deutschen Präventionstags (DPT) am 23. und 24. Juni 2025 in Augsburg erstmals öffentlich vor. Im Verbund setzt sich die Aktion Zivilcourage e. V. mit sechs weiteren Fachorganisationen für eine nachhaltige Stärkung demokratischer Dialog- und Konfliktkultur in Kommunen, gesellschaftlichen Debatten und im digitalen Raum ein.

Fachgespräch zu Bedrohungslagen in Kommunen

Ein zentrales Element des Auftritts beim DPT war ein gemeinsam gestaltetes Podiumsgespräch, an dem Marco Wanderwitz (ehemaliger Ostbeauftragter der Bundesregierung), Miriam Marnich (Referatsleiterin beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, DGStGB), Marcus Kober von der Starken Stelle (Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention) sowie Dr. Ulrike Gatzemeier (Leiterin des K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e.V.) teilnahmen. Moderator Phillip Koller (KV-Projektleiter beim KDZ / Aktion Zivilcourage e. V.) befragte sie zu der aktuellen Herausforderung der kommunalen Demokratie durch Anfeindungen und Gewalt gegenüber Mandatstragenden. Die Fachleute diskutierten auch passende Unterstützungsangebote.

Die gegenwärtige Situation und die Auswirkungen auf Betroffene sind ernst. Zwei Gruppen, die verstärkt Gewalt erfahren, sind Frauen in Ämtern und Amtsträger in Ostdeutschland, wie Miriam Marnich mit Verweis auf das Kommunale Monitoring des DGStGB betonte. Zwar gibt bereits zahlreiche Unterstützungsangebote für Mandatstragende. Gerade bei ehrenamtlichen Verantwortungstragenden in kleinen Kommunen sind diese aber nicht immer präsent. Auch ist Betroffenen nicht immer klar, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen können. Die Starke Stelle versucht hier Orientierung zu geben. Um engagierte Politiker und Politikerinnen, die von Bedrohungen und Anfeindungen betroffen sind, in ihren Kommunen zu stärken, ist eine Solidarität aus der Zivilgesellschaft und aus dem politischen Raum zentral.

Wissen bündeln und verbreiten

Mit dem Auftritt auf dem Deutschen Präventionstag nimmt der Kooperationsverbund seinen Auftrag, Wissen rund um Konfliktbearbeitung zusammenzuführen und weiterzuentwickeln, an. So stärken wir auch den politischen und gesellschaftlichen Rückhalt für demokratische Konfliktbearbeitung in herausfordernden Zeiten.